Leben im Ausland (Teil 1)

"la puerta de bisagra" der Eingang zur Altstadt in Toledo, Spanien
Von Karin.
Dies ist meine Geschichte, und auf dieser Seite will ich meine persönliche Erfahrung mit euch teilen.
Ich bin Deutsche. Deutschland ist ein schönes Land mit vielen netten Leuten, aber es ist nichts fr mich. Ich habe nie wirklich in den Lebensstil der deutschen gepasst. Das heißt gar nichts Schlechtes über das Land, ich sage nur, dass ich dort nicht hingehöre. Vor drei Jahren, habe ich es endlich geschafft (mit meinem Mann, der damals mein Freund war), und wir sind nach Spanien umgezogen. Der Hauptgrund warum wir uns für Spanien entschieden haben war natürlich das Wetter. Ich mag Sonnenbaden und heiße Tage. Man bekommt davon einfach nicht genug in Deutschland.
Ursprünglich wollten wir nach Madrid ziehen, weil ich Madrid liebe, es ist ein großartiger Ort und es schien ein passender Ort zu sein, einen Anfang zu finden. Wir hatten keinen wirklichen Plan, daher schien es eine gute Idee zu sein, in der geographischen Mitte Spanien zu beginnen.
Als wir dort mit unserem gesamten Haushalt plus zwei Kaninschen, einer Katze und einem Pferd ankamen, fanden wir heraus, dass es in und um Madrid praktisch unbezahlbar ist. Ein einigermaßen gutes Appartment in Madrid zu mieten, sollte um die 1500 € kosten. Eine Wohnung in der Preislage zu kaufen, stand völlig außer Frage. Wir durchforsteten Zeitungen und Immobilienbüros um herauszufinden, wie weit weg von Madrid wir gehen mussten, um eine Immobilie erschingen zu können. Unser Pferd hatten wir übrigens solange in einem Stall untergebracht, während wir im Pferdeanhänger am Straßenrand wohnten.
Wild campen auf dem Weg nach Madrid. Links: außerhalb von Nimes (Frankreich). Rechts: Tagsüber Pferdehänger, nachts unser Bett.
Wild campen auf dem Weg nach Madrid. Links: außerhalb von Nimes (Frankreich). Rechts: Tagsüber Pferdehänger, nachts unser Bett.
Schließlich landeten wir in einer kleinen Stadt etwa 100 km außerhalb von Madrid, und wir kauften uns ein Stück Land.
Wir zogen hierher so schnell wir konnten und bauten unser Zelt auf. Wenigstens konnte unser Pferd jetzt frei herumlaufen und war nicht mehr auf eine kleine Box beschränkt.
Es dauerte 2 Jahre, jede Menge Schweiß und große Schwierigkeiten (alles in einer Fremdsprache tun zu müssen, die keiner von uns besonders gut sprach), um so weit zu kommen, dass wir das Haus konstruiert haben, Wasser und Strom angeschlossen und den notwendigen Papierkram natürlich. Unser Haus ist immer noch nicht offiziell fertig, aber wir sind jetzt dabei, einen Swimming Pool zu bauen. In der glühend heißen spanischen Sonne ist das einfach eine Notwendigkeit.
Wir haben das Haus selbst mit unseren eigenen Händen gebaut, mein Mann und ich. Zwischendurch wurden wir ein bisschen aufgehalten, weil ich schwanger wurde und einen kleinen Jungen bekommen habe.
Das erste, was ich euch über das Leben im Ausland sagen würde, egal ob ihr die Sprache sprecht oder nicht, (das kann Vor- und Nachteile haben), und es spielt auch keine Rolle, wie nett eure Nachbarn sind (unsere Nachbarn sind super), ihr werdet immer ein Bürger zweiter Klasse sein. Sie tun das nicht mit Absicht, und wenn wir genau nachdenken, tun wir dasselbe mit Ausländern in unserem Land. Alle Leute sind supernett zu uns und sie mögen uns, weil wir anders und deshalb interessant sind. Aber es sind diese Momente, wenn ihr eine Auseinandersetzung mit jemanden habt (der gleichen Art, wie sie auch zu Hause vorkommen), dass man die Andeutung in der Stimme des anderen spürt: 'in meinem Land habe ich Recht, und wenn dir das nicht passt, geh doch zurück'...
Abgesehn von diesen Kleinigkeiten, ist es eine tolle Erfahrung. Ihr müsst in allem ganz neu anfangen. Ihr müsst das neue System lernen, wie man ein Bankkonto eröffnet, welche Firma Internet anbietet etc. Es macht eigentlich Spaß, auch wenn es einem manchmal ein bisschen auf die Nerven gehen kann, aber wenn man alle Schwierigkeiten überwunden hat, fühlt man sich großartig. Ich hatte die ganze Erfahrung der Schwangerschaft und Geburt hier in Spanien, ich habe gelernt, wie die Spanier bestimmte Dinge sehen, und das Beste ist: mein Sohn w0228chst mehrsprachig auf.
Ich bin sehr zufrieden hier in dieser kleinen Stadt. Hier gibt es hauptsächlich Wochendendhäuser für die Leute, die in Madrid wohnen, daher ist es recht ruhig unter der Woche, aber an den Wochenenden geht richtig rund...Wir gehen jedes Wochenende unsere Nachbarn besuchen, und jeder normale Tag dort ist eine große feier. Es kommt meistens die gesamte Familie hierher (keine Ahnung, wo die alle schlafen) und essen und trinken sehr viel. Es macht großen Spaß mit ihnen abzuhängen und sie sind extrem hilfsbereite Leute. Eigentlich sind alle, die wir persönlich kennen, sehr hilfsbereit, es sind nur die anonymen Stimmen am Telefon, die für die großen Firmen, wie die Telefongesellschaft arbeiten, die ziemlich unfreundlich sein können. Ganz wie in deutschland eigentlich.
Ich erzähle euch von meinen Erfahrungen auf den folgenden Seiten:
was man braucht, um ein Haus in Spanien zu bauen
ein Kind in Spanien bekommen
im Umgang mit spanischen Geschäften (Kundenservice heißt, dass der Kunde den Service bietet)
Klima
mehr über den spanischen Lebensstil
fluch soviel du willst (den Spaniern ist das sch****egal)
Stierkämpfe
Pesetas
Patriotismus
Tom, der Sohn Gottes
Tiere, Essen und Einstellung
Ich hoffe, euch gefällt mein Beitrag.
Karin.